Governance und lokales Management natürlicher Ressourcen

Die Umweltproblematik hat im Zuge des 20. Jahrhunderts globale Ausmaße angenommen und internationale Reaktionen hervorgerufen. Das prominenteste Beispiel hierfür ist der Klimaschutz, der einerseits versucht, die Treibhausgasemissionen zu senken und damit die weltweite Erwärmung zu begrenzen (mitigation), andererseits die durch den anthropogenen Klimawandel verursachten Herausforderungen zu meistern (adaptation). Schätzungsweise ein Fünftel der weltweiten CO2-Emissionen werden durch die Vernichtung und Degradierung von Waldflächen freigesetzt. Dieser und anderen Umweltproblematiken liegen meist lokale Ursachen zugrunde, für deren Lösung keine Blaupausen existieren. Vielmehr gilt es, maßgeschneiderte und angepasste Ansätze gemeinsam mit den lokalen Akteuren zu entwickeln, um etwa den Teufelskreis Armut-Umweltzerstörung-Armut zu durchbrechen. Eine strikte Verbotspolitik zum Schutze der Natur greift dabei oft zu kurz, da sie die lokale Bevölkerung außer Acht lässt. Vielmehr muss versucht werden, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Mensch und Natur herzustellen - eine komplizierte, wenngleich dringende Herausforderung angesichts des weltweit massiven Drucks auf die natürlichen Ressourcen infolge der Bevölkerungszunahme.

Governance und natürliche Ressourcen

Unter dem Begriff „Governance" kann im weiteren Sinne „die Gesamtheit der Regeln und Durchsetzungsmechanismen, die das Verhalten von Menschen im Hinblick auf ein Handlungsergebnis koordinieren, d.h. implizit steuern" (GIZ 2004) verstanden werden. Im Bereich der natürlichen Ressourcen geht es im engeren Sinne um den Einsatz von Anreizinstrumenten, die eine nachhaltige Nutzung der Umwelt anstreben. Dabei gilt es, die oftmals auf den ersten Blick gegensätzlichen Ziele des Umweltschutzes und der Wirtschaftsentwicklung zu verwirklichen und mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden bzw. zu bearbeiten. Letztendlich ist eine Wirtschaftsentwicklung langfristig nur möglich, wenn die Umwelt und damit die Ressourcen erhalten bleiben, weshalb zentraler Bestandteil des Vorgehens ist, relevante Akteure und Nutzergruppen auf lokaler Ebene zusammenzuführen, um gemeinsam in verschiedenen Formen von Beteiligungsmodellen nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen.

COMO ist in diesem Bereich überwiegend zu regenerativen Naturressourcen in ländlichen Gebieten tätig, wie z.B. Wasser-, Wald- und Bodennutzung.

Leistungen
  • Training und Beratung zum Thema „Governance und natürliche Ressourcen"
  • Analyse von Umweltzerstörung und Nutzungskonflikten
  • Moderation von Multi-Stakeholder-Dialogen und Management von Kooperationen
  • Prozesssteuerung
  •  Projektmonitoring und Evaluierung
  • Wissensmanagement und Gestaltung von Lernprozessen
  • Nachhaltige / "grüne" Wertschöpfungsketten unter Einbezug von Partnern aus der Wirtschaft
  • Entwicklung von Strategien zur Wirtschaftsförderung unter Berücksichtigung von Klimawandel
 

Lokales Umweltmanagement

Da Umweltprobleme trotz globaler Tragweite in der Regel lokale Phänomene darstellen, ist die konkrete Umsetzung von Schutzmaßnahmen auf dieser Ebene anzusiedeln. Höhere Governance-Ebenen (national, regional, global) fungieren als Ordnungsrahmen und koordinieren die lokale Umsetzung mittels Bereitstellung von Gesetzen, Finanzierung, Unterstützungsdienstleistungen etc. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es für ein effektives Management der Naturressourcen unerlässlich ist, die lokalen Behörden und v.a. auch die Nutzer dabei einzubinden und in die Pflicht zu nehmen. Diese benötigen jedoch zunächst Unterstützung beim Aufbau entsprechender Institutionen zum community-based natural resource management (CBNRM).

Leistungen
  • Aufbau und Beratung lokaler Organisationen und Management Komitees
  • Unterstützung von partizipativer Landnutzungsplanung
  • Capacity Development von lokalen Fachkräften (Beraterhaltung, partizipative Methoden, etc.)
  • Mediation von Nutzungskonflikten
  • Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und outreach Maßnahmen
 

Ansprechpartner

   
 
Dr. Gerd Ramm
Thomas Finkel Carlos Keil


Arbeitsbeispiele

  • GIZ Ekuador: Durchführung der Komponente 3 „lokale Governance im Naturressourcenbereich" im GIZ-Programm „Nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen" (NAMARES). Aufbau und Unterstützung von Beteiligungsmodellen, Fortbildungsmaßnahmen für lokale Fachkräfte in zwei Interventionszonen des Programms und Unterstützung der Programmkomponente 2 „Inwertsetzung der Naturressourcen und Umweltdienstleistungen.

  • GIZ Laos: Strategieberatung im Programm „Integrated Rural Development in Mountainous Areas of Northern Laos PDR". Verbesserung ausgewählter Agrar-Wertschöpfungsketten unter Berücksichtigung von Armutskriterien und Nachaltigkeitsaspekten sowie dem Potenzial für Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft.

  • GIZ El Salvador/Honduras/Guatemala: Beratung des überregionalen Naturressourcenprogramms CTPT (Comisión Trinacioinal Programa Trifinio) im Rahmen des GIZ Projektes CAMARENA. Überarbeitung des Managements der Organisation im Rahmen des überorganisationalen Modells Capacity WORKS.

  • GIZ Algerien: Programmberatung „Integriertes Umweltmanagement". Begleitung von Veränderungsprozessen innerhalb der Trägerorganisation und Fortbildung von Mitarbeitern der Partnerinstitutionen in Organisationsentwicklung.

  • BGR Syrien: Projektplanungs-Workshop des TZ-Projekts "Management, Schutz und nachhaltige Nutzung von Grundwasser- und Bodenressourcen". Methodische Vorbereitung und Durchführung eines Planungsworkshops mit dem Ziel eines gemeinsamen Programmvorschlags der beteiligten Akteure, Definition von Indikatoren und Gestaltung der Zusammenarbeit der Akteure.
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